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Donnerstag, 14. April 2022

Die Impfpflicht - Scheitern mit Ansage

Katharina Schuler kritisiert in der ZEIT die Debatte über die Anträge der Impfpflicht - Taktik war wichtiger als Inhalt.  

Alle Anträge scheitern

Weder der Gesetzentwurf von Ampel-Abgeordneten für eine Impflicht ab 60 Jahre noch der Entwurf der Union erhielt eine Mehrheit im Bundestag. Auch die Vorlagen gegen eine Impflicht der AfD und von Wolfgang Kubicki scheiterten.

Taktik vor Inhalt

Es war wahrlich keine Sternstunde im Bundestag. Anders als bei anderen ethischen Debatten ohne Fraktionsdisziplin war es ein Gekeife zwischen Ampel-Koalition. Ohne Frage hat die Regierung mit ihrem unklaren Kurs zum Scheitern beigetragen, aber  auch die Union hat sich nicht mit Ruhm bekleckert. Im Bundestag warfen sich die Vertreter des Kompromissvorschlags und die Vertreter der Union dann in endlosen Variationen vor, die andere Seite sei jeweils nicht gesprächsbereit gewesen.

Kubicki hat gewonnen

Obwohl auch die Anträge von AfD und Wolfgang Kubicki abgelehnt wurden, sind sie die großen Sieger: Es wird keine Impfplicht geben. Erst mit der weiteren Entwicklung der Infektionslage wird man sehen, ob die Debatte über eine Impfpflicht wieder startet. Egal, ob man Befürworter oder Gegner der Impflicht ist – die Debatte vor und während der Bundestagsentscheidung war schädlich.

Freitag, 28. Januar 2022

Argumente für eine Impfpflicht

In diesem Eintrag stelle ich Argumente für die Impfpflicht vor. Ich beziehe mich auf die Zusammenfassung des ZDF und der Landeszentrale für politische Bildung

Impfungen retten Leben

Das wichtigste Argument: Impfungen können Ansteckungen verhindern und vor schweren Verläufen schützen. Die Intensivstationen sind voll mit Ungeimpften – eine Überlastung des Gesundheitssys-tem droht. Die Impfung ist eine moralische Pflicht – eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und für Menschen, die sich nicht impfen lassen können.

Freiwilligkeit hat nicht funktioniert.

Bisher setzte Deutschland auf Freiwilligkeit bei der Corona-Impfung. Doch die Impfquote ist nicht ausreichend, um die Pandemie nachhaltig einzudämmen. Die Wissenschaft gibt das klare Signal: Ohne eine Impfquote von mehr als 90 Prozent bekommen wir die Pandemie langfristig nicht in denauch  Griff. Auch schlimme Krankheiten wie Pocken wäre ohne eine Impfpflicht nicht ausgerottet werden.

Impfpflicht könnte Impfskeptiker überzeugen

Auch wenn es paradox klingt, könnte eine allgemeine Impfpflicht manchen Impfskeptiker helfen. Bisher haben sie ihre ablehnende Haltung in ihrem privaten Umfeld vehement verteidigt und glauben, ihre Meinung nun nicht mehr ändern zu können, ohne das Gesicht zu verlieren. Die Impfpflicht könnte ein Rechtfertigung gegenüber dem Umfeld sein.

Nicht abwarten

Auch wenn die Impfpflicht nicht gegen die aktuelle Omikron-Wellte hilft, waren viele Experten vor dem nächsten Herbst mit erneut stark ansteigenden Infektionszahlen. Abwarten ist für sie deshalb der falsche Weg – wichtig sei deshalb eine Kampagne mit Aufklärung, Information und ausreichend Angeboten.

Donnerstag, 27. Januar 2022

Argumente gegen eine Impfpflicht

In den nächsten beiden Einträgen geht es um die Impfpflicht. Der Bundestag hat in dieser Woche intensiv diskutiert. Bisher liegen drei Vorschläge vor: eine Impfpflicht ab 18 Jahre, eine Pflicht ab 50 Jahre und die Ablehnung einer Impfpflicht.
In diesem Blog stelle ich die Positionen gegen eine Impfpflicht vor:
Dabei beziehe ich mich auf Argumente aus der Gegenüberstellung im ZDF, der Landeszentrale für politische Bildung sowie Berichten in der Süddeutschen Zeitung. Interessant fand ich den Kommentar von Lothar Gorris: Lasst das mit der Impfpflicht.

Verfassung und Grundrechte

Ohne Frage ist eine Impfpflicht ein schwerer Eingriff auf die körperliche Unversehrtheit. Es ist genau zu überprüfen, ob die Gesundheit anderer Menschen nicht anders zu schützen ist.

Zweifel an der Wirksamkeit  

Die Impfung bietet zwar einen guten Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf und reduzierte bisher auch das Risiko der Übertragung - doch dieser Schutz ist nicht einhundertprozentig und vor allem bei Omikron können die bisherigen Impfstoffe eine Übertragung kaum verhindern
Für die aktuelle Welle ist die Impfpflicht ohnehin zu spät – Gegner verweisen dann

Sanktionen schwer durchsetzbar

Viele zweifeln an der Umsetzung: Es gibt kein Impfregister, anhand dem man Verstöße nachverfol-gen kann und auch Sanktionen sind kaum durchsetzbar. Eine Pflicht, die man nicht durchsetzen kann, sollte man also lieber lassen. Manche sehen in der Impfpflicht auch ein Misstrauen des Staates gegenüber den Bürgern.

Trotzreaktionen

Impfskeptiker werden sich durch die Impflicht nicht überzeugt lassen. Sie werden eher zahlen als einzuknicken. Das Fälschungswesen mit Impfausweisen könnte einen neuen Aufschwung bekom-men.
Forscher warnen vor einer Trotzreaktion, d.h. die Impfbereitschaft könnte sogar noch abnehmen, wenn eine Impfpflicht kommt  Seit Beginn der Epidemie haben fast alle Politiker*innen eine Impf-pflicht abgelehnt, nun finden viele eine Impfpflicht notwendig. Das ist nicht nur für Impfgegner schwer verständlich. Die Impfpflicht im Gesundheitsbereich könnte zu Kündigungen führen und die schwierige Situation noch verschärfen.

Abwarten

Lothar Görris setzt auf Abwarten und die Hoffnung, dass die aktuelle Mutation die postpandemische Phase einleiten könnte. „Ausgerechnet jetzt Skeptiker und Verweigerer zur Impfung zu verpflichten, wäre schwierig“.

Samstag, 27. November 2021

Über die niedrige Impfquote in deutschsprachigen Gebieten

Im Blogeintrag über die Schwaben habe ich bereits einmal mit Informationen und Humor über die Widerstände in bestimmten Regionen berichtet, angesichts der niedrigen Impfquoten folgt nun erneut diese Kombination

Warum der Alpenraum ein Impfproblem hat

Deutschland, die Schweiz und Österreich haben in Westeuropa die niedrigste Impfquote. Religionswissenschaftler Michael Blume erklärt in der Süddeutschen Zeitung, wo Menschen besonders anfällig für Verschwörungsmythen sind - und was das mit den Bergen zu tun hat.
Ein Grund ist die starke föderale Tradition in der Alpenregionen. Dazu zählen Volksabstimmungen in der Schweiz und die Selbstverwaltung in Süddeutschland. Weniger ruhmreich ist die Tradition, dass Antisemitismus und Verschwörungstheorien ebenfalls eine lange Tradition haben. Ein weiterer Aspekt ist die starke Verbreitung der Anthroposophie. In Ostdeutschland (und Osteuropa) sieht er in der Staatskepsis einen weiteren Grund für die niedrigen Impfzahlen.

Liegt es im Dialekt?

Die Heute Show versucht es (nicht nur) mit Humor und fragt: Liegt es am Dialekt?

Montag, 22. November 2021

Corona: Von wegen Zusammenhalt

Christian Stöcker findet in seiner Kolumne im SPIEGEL deutliche Worte gegen Impfverweigerer: Vergesst den Zusammenhalt. Er zitiert aus Briefen, die er in letzter Zeit erhalten hat: Mordaufrufe, Vergleiche mit Nazis, während sich die Impfgegner mit den Opfern des Holocausts gleichsetzen. Einige haben den Boden gemeinsamer Werte längst verlassen.

Verblendeten nicht entgegenkommen

Stöcker fragt zurecht, warum man diesen Extremen entgegenkommen sollte. Niemand der sich gegen Sexismus oder Rassismus einsetzt, würde man vorwerfen, dass er durch seine Haltung die Gesellschaft spaltet. „Das Leid etwa von Schulkindern, Eltern, Studierenden, Pflegekräften, Intensivmedizinerinnen und -medizinern war bislang offenbar weniger wichtig als der »Zusammenhalt«.

Zusammenhalt trotz Stümperei

Trotz der zahlreichen Fehler der Regierung hat der größte Teil der Bevölkerung eine enorme Bereitschaft zum Zusammenhalt bewiesen. Gesellschaftliche Konflikte zu ignorieren, um den »Zusammenhalt« nicht zu gefährden, hilft in einer Demokratie nicht weiter.

Die Zeit der Rücksicht ist vorbei

Ähnlich argumentiert der Volksverpetzter „Die Gesellschaft ist längst gespalten", die Zeit für Rücksicht ist vorbei.“ Sie beziehen sich auf Umfragen unter Ungeimpften, derzufolge zwei Drittel die AfD oder die Querdenkerpartei „Die Basis“ wählen: "Wer jetzt noch diskutiert, reicht den Faschisten die Hand. Sie fordern „Freiheit und Toleranz muss Grenzen haben, sonst zerstören sie sich selbst“

Mittwoch, 17. November 2021

Heißt "Freiheit" nur noch "Ich will"?

Gustav Seibt beschäftigt sich in der Süddeutschen Zeitung mit dem Versagen der Politik bei der Bekämpfung der vierten Welle  

Bereits Anfang September hat Christian Drosten darauf hingewiesen, dass im Herbst wieder Kontaktbeschränkungen nötig seien – weil die Verbreitung der Delta-Variante hoch und die Impfquote niedrig ist. Passiert ist nichts. Begründet wurde dies mit der drohenden Spaltung der Gesellschaft begründet. Dabei ist es eine lautstarke Minderheit, die mit „Falschinformationen. Selbstmitleid, Narzissmus, apokalyptischen Ängsten und Gewaltdrohungen eine Mehrheit einschüchtern".

Kindischer Trotz als Freiheit

Auch die Begründung der persönlichen Freiheit des Indiums hält Seibt für nicht überzeugend, da der Einschränkung die Rechte der Gemeinschaft gegenüberstehen: Ohne öffentlichen Ordnung in Recht und Staat wäre kein Individuum mehr als ein paar Tage überlebensfähig.

Freiheit auf „Ich will“ reduziert

Seubst sieht das geistige Debakel der des Liberalismus, das auf "Ich will oder Ich will nicht" reduziert wird. „Kindischer Trotz als Freiheit – so Tief sind Teile des politischen Liberalismus gesunken. Es ist ein Freiheitsbegriff, der nur in Abwehr besteht und nichts Positives mehr will. Es ist vor allem Aufgabe der FDP, Wege der Pandemiebekämpfung zwischen falschem Radikalindividualismus und der Verleugnung gesellschaftlicher Konflikte zu finden. 


Freitag, 24. September 2021

Kann der Staat die Menschen zum Impfen zwingen?

In einem Artikel in der ZEIT setzt sich Heinrich Wefing analysiert die Frage, ob der Staat Menschen zum Impfen zwingen kann.

Impfpflicht ist möglich

Juristisch ist die Frage klar: Impfpflichten gibt es in Deutschland seit mehr als 200 Jahren. 1807 wurde in Bayern die Pflicht zur Pockenschutzimpfung eingeführt, in der Bunderepublik 1983 wieder abgeschafft – weil die Impfkampagne erfolgreich war. Seit Anfang 2020 gibt es eine neue Impfpflicht gegen Masern für Kinder, Erzieher und Lehrer.
Politisch ist die Frage schwieriger, weil viele mitreden. Wefing fragt zurecht: Hätte man die Pocken jemals ausgerottet, hätte es damals schon Social Media gegeben?

Vorbild Frankreich?

In Frankreich sind die Impfzahlen angestiegen, nachdem Präsident Macron einen Impfzwang im Gesundheitswesen eingeführt und einen Impfpass im öffentlichen Leben verbindlich zu machen. Gleichzeitig stiegen aber die gesellschaftlichen Spannungen – ebenso in Frankreich.
Deshalb warnt Wefing davor, Menschen zu verlieren. Manche würden sich vielleicht durch direkten Zwang unsanft zum Impfen bewegen lassen. Aber viele dürften sich wohl endgültig ins Abseits geschoben fühlen – und dann dort unerreichbar sein.

Sanfte Stubser und dosierter Druck

Im Moment versuchen es die Regierenden mit einer Mischung aus Anreizen und Druck. Durch Aufklärung und Anreize sollen bisher Nichtgeimpfte erreicht werden. Gleichzeitig steigt der Druck: Die Schnelltests werden im Oktober kostenpflichtig, außerdem wird die Teilnahme am öffentlichen Leben schwieriger – ob das reicht?

Sonntag, 8. August 2021

Eine Bratwurst für eine Impfung?

In fast allen westlichen Ländern stockt die Impfkampagnen: Obwohl mittlerweile genügend Impfstoff vorhanden ist, ist die Herdenimmunität in weiter Ferne.

Drohungen und Belohnungen

Mit einer Mischung aus Drohungen und Belohnungen versuchen die Länder, die Impfbereitschaft zu steigern. Mal gibt es eine Verlosung von Preisen, andere bieten einen Joint.
Erfolgreich war auch eine Aktion in Thüringen, in der die Menschen mit einer Bratwurst belohnt wurde.
 

Mit finanziellen Anreizen zu mehr Impfungen

Die Tagesthemen vom 6. August beschäftigt sich mit der Problematik:


Eine Bratwurst oder ein Burger-Gutschein hat tatsächlich einige Bürger*innen animiert. Auch ein Unternehmer hatte mit Anreizen erfolgt. Die Ökonomin Nora Szech verweist auf Untersuchungen, dass die Impfbereitschaft mit steigender Summe steigt – bei 500 Euro wären es 90 % bereit zur Impfung, d.h. die Herdenimmunität wäre erreicht.

Ihr habt Problemchen

Andere kritisieren dieses Vorgehen. Ein Bericht der Tagesthemen über die Situation in Lateinamerika zeigt die Unterschiede: Hier warten noch viele Menschen auf die Impfung.
Markus Becker hält diese globale Ungleichheit für empörend: Millionen Impfdosen bleiben in westlichen Ländern ungenutzt herum oder müssen sogar entsorgt werden.
Er fordert deshalb die Impfdosen an Entwicklungsländer zu verteilen. Das wäre nicht nur altruistisch, sondern auch in egoistischer Hinsicht geboten. "Denn auch die Deutschen werden erst dann Ruhe vor dem Virus haben, wenn an anderen Orten der Welt nicht immer neue Varianten entstehen können".

Donnerstag, 17. Juni 2021

Die Impfstrategie der EU - doch nicht so schlecht?

Noch zu Beginn des Jahres hagelte es Kritik an der EU wegen der Impfstrategie, im Rückblick zeigt sich, dass vielleicht doch nicht alles so schlecht war.

Viel berechtigte Kritik

Viele Kritikpunkte sind berechtigt. Angesichts der hohen Kosten für Menschen und die Wirtschaft schien das Geschachere der EU übertrieben. Die Bieter von Impfstoffen lieferten Ländern wie den USA und Großbritannien mehr und schneller, da die auf die Haftung verzichtet und auch mehr Geld bezahlt haben. Beklagt wurden auch die langwierigen Genehmigungsverfahren und das Prozedere der Bestellung

USA und Großbritannien – clever oder unfair?

Anzuerkennen ist auch, wie Großbritannien in einer Mischung aus unternehmerischer und militärischer Effizienz das Projekt umgesetzt hat: frühzeitiger und ausreichender Einkauf, eine schnelle Zulassung sowie eine professionelle Verteilung über ein einheitliches Gesundheitssystem. Auch die die USA überzeugte mit einer schnellen und effizienten Verteilung. Andererseits setze die USA zunächst auf Exportverbote, während ein großer Teil der in der EU produzierten Impfstoffe in den Export gingen.
 

Nationalstaaten sind verantwortlich

Letztlich sind die Nationalstaaten verantwortlich für die Gesundheitspolitik und damit auch für Impfkampagnen. Die EU-Kommission haben Rahmenverträge mit Impfhersteller geschlossen, die EU schlossen Lieferverträge und konnten bestimmen, welche Impfstoffe sie bestellen. Auch für Fehler bei der Durchführung, wie sie auch in Deutschland häufig beklagt wurden, kann man nicht die EU verantwortlich machen.

Impfstrategie gar nicht so schlecht?

Mittlerweile haben die europäischen Staaten beim Impfen aufgeholt, „eine steile Impfkurve als Zeichen von Solidarität und Gründlichkeit. Ein Wettbewerb zwischen den 27 Mitgliedstaaten wäre keine ernsthafte Alternative gewesen, anders als die USA und Großbritannien hat die EU auch die Regeln des Freihandels beachtet.

Gesundheitsunion – aus Fehlern lernen

Der Begriff „Gesundheitsunion“ klingt etwas hochtrabend, denn an der Zuständigkeit der National-staaten kann und will niemand ernsthaft zweifeln. Wenn die EU aber durch mehr gemeinsames Vorgehen die Versorgung mit Medikamenten und Impfstoffen sicherstellt und besser für künftige Krisen gewappnet ist, hat die EU aus den Fehlern gelernt.

Weitere Informationen

Neue Züricher Zeitung: Hat die EU wirklich versagt? 
Deutsche Welle: Die Impfstrategie der EU - Propaganda und Fakten
Die ZEIT: USA und Großbritannien - clever oder unfair?

Dienstag, 18. Mai 2021

Impfstoffpatente aussetzen?

Joe Biden hat mit seinem überraschenden Vorschlag eine Debatte angestoßen: Soll das Patent für Corona-Impfstoffe ausgesetzt werden, um eine schnellere weltweite Impfung zu ermöglichen?
Es gibt verschiedene interessante Gegenüberstellung wichtiger Argumente, u.a. in der Deutschen Welle und im SWR.

Patentrechte aussetzen

Die Aussetzung von Patenten in Ausnahmesituationen ist ausdrücklich in der Welthandelsorganisation WTO vorgesehen. Bei der Bekämpfung der AIDS-Pandemie hat dies Erfolge gezeigt, die Preise für Medikamente deutlich gesenkt. Andere verweisen, dass die Entwicklung von Covid-19-Inmpstoffen mit öffentlichen Mitteln gefördert wurden.  

Vorhandene Impfstoffe besser verteilen

Gegner der Forderung verweisen darauf, dass durch die Aussetzung kurzfristig keine Impfstoffe erzeugt werden. Die Produktion ist kompliziert und die Rohstoffe knapp. Sie fordern stattdessen eine bessere und schnellere Verteilung der Impfstoffe.
Patente sind für Pharmafirmen ein Anspornt für Forschung und Innovation – sie könnten zukünftige Investitionen abschrecken.

Produktionskapazitäten in armen Ländern ausbauen

Alan Posener beschreibt in der ZEIT die Vorschläge als Sozialisierung, bei dem alle verlieren. Er befürchtet, dass von einer Freigabe vor allem China profitieren würde, die sich schon früher nicht um Patente scherte. Seine Forderung: Gewinne reinvestieren und Produktions- und Distributionskapazitäten in den ärmeren Ländern auszubauen.

Mittwoch, 5. Mai 2021

Impfprivilegien - Entscheidungen müssen her

Zwei ganz unterschiedliche Wege etwas Offensichtliches zu fordern: Die ZEIT und die Heute-Show fordern klare Regeln für Geimpfte und Genesene. Sie kritisieren, dass beim Treffen der Kanzlerin mit den Ministerpräsident*innen nicht viel herauskam.

Lockerung für Geimpfte und Genesene

Heinrich Wefing kritisiert in seinem Kommentar in ZEIT, dass es immer noch keine Entscheidungen für den Umgang mit Geimpften und Genesenen gibt, obwohl lange klar war, dass dieser Moment kommen wird. Grundrechte sind kein Privileg, auch wenn es kurzzeitig zu einer Ungleichbehandlung kommt.
Die Pandemie zeigt, wie wurstig das Verhältnis dieser Regierung zur Freiheit ist, wie taktisch und instrumentell.

Her mit dem digitalen Impfpass und Schluss mit der Impfbürokratie

Die Heute Show kritisiert das „Kaffeekränzchen“ bei Merkel und fordert zurecht den digitalen Impfpass und ein Ende der Impfbürokratie.

Mittwoch, 7. April 2021

Raufen wir uns zusammen – die Osteransprache von Präsident Steinmeier

Vor einem Jahr habe ich die Rede von Frank-Walter Steinmeier zu Ostern 2020 gewürdigt. Weder er noch die meisten anderen hätten wohl geahnt, dass auch dieses Osterfest durch Corona geprägt ist. Auch in diesem Jahr hat er einiges ideal auf den Punkt gebracht.

Eine Krise des Vertrauens

Gleich zu Beginn ging er mit der Politik hart ins Gericht. Er äußerte Verständnis für das Gefühl von Ohnmacht und Frust und benannte die Fehler – beim Testen, beim Impfen, bei digitalen Lösungen

Raufen wir uns zusammen

„Es gibt keinen Königsweg“ betonte das Staatsoberhaupt und verwies auf das Positive, u.a. die Entwicklung von Impfstopp in Rekordzeit. Er fordert die Bürger*innen auf sich zusammenzuraufen: „Holen wir raus, was in uns steckt! Empören wir uns nicht nur über die anderen oder über die da oben. Zeigen wir doch nicht ständig, was nicht geht, sondern dass es geht, wenn alle ihren Teil tun“

Weg vom Superlativ – himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt

Aus dem Herzen hat mir der Bundespräsident gesprochen als er das Denken in Superlativen kritisiert.
wir sind aber auch nicht Totalversager. Sondern wir sind die Bundesrepublik Deutschland. Wir zweifeln viel, aber wir können auch viel! Und aufs Können, nicht aufs Zweifeln, kommt es jetzt an.

Die Rede von Frank-Walter Steinmeier

Die ganze Rede können Sie auf der Homepage des Bundespräsidenten nachlesen. 

Freitag, 26. März 2021

Multiples Politikversagen

Es ist frustrierend und auch mir fällt es immer schwerer, unsere Politiker*innen zu verteidigen. Deshalb spricht mir ein Kommentar von Markus Feldenkrichen im SPIEGEL aus dem Herzen. Unter dem Titel Multiples Politikversagen schreibt er:
Die deutsche Politik taumelt von Coronagipfel zu Coronagipfel. Sie agiert kaum, sie reagiert nur noch. Und ihre Prioritätensetzung ist ein Skandal.

Von einer Chaossitzung zur nächsten

Er kritisiert, dass die Ministerkonferenz stundenlang über eine Osterruhe gestritten haben, die nachher doch nicht kam. Dabei haben sie das wichtigste vergessen: eine effizienten Impf- oder Teststrategie.
Schlimmer noch: Das eigentliche Versagen ist, dass die deutsche Politik gar keine Alternativen mehr zum Shutdown hatte

Das Erfolgsmodell scheitert

Das ständige Bemühen um Ausgleich und Kompromisse war lange Zeit das Erfolgsmodell der Bunderespublik: m Kampf gegen Covid-19 aber erweist sich dieser Wesenskern der Rheinischen Republik als verheerend. Statt der Wirtschaft klare Bedingungen zu diktieren, bleibt es bei Appellen, während die Menschen mit unklaren Regeln immer mehr verwirrt.

Schlechter hätte es nicht laufen könnten

Feldenkirch zieht es frustriertes aber nachvollziehbares Fazit:
Die Akzeptanz der nun beschlossenen Maßnahmen wird durch das Heckmeck des gestrigen Tages gewiss nicht gestiegen sein. Alle haben von der Politik irgendwelche Zugeständnisse bekommen, aber keiner ist zufrieden. Schlechter hätte es nicht laufen können.

Freitag, 5. Februar 2021

Das Impfdesaster und andere Merkwürdigkeiten in der Corona-Krise

Die Heute Show bringt es mal wieder auf den Punkt: Es läuft einiges schief in der derzeitigen Impfpolitik. Waren es am Anfang zu wenig Masken und zu wenig Tests ist es jetzt zu wenig Impfstoff. 

Realitätsverlust auf allen Seiten

Alle Seiten bekommen gleichermaßen ihr Fett ab. Die Kanzlerin attestiert Oliver Welke, weil sie sich in einem großen Interview behauptete, dass keine Fehler gemacht wurden.
Nicht viel besser die SPD, deren Spitzenkandidaten mit einigen Kampfausdrücken die Politik der eigenen Regierung kritisiert: Wenn‘s schief läuft, waren’s die anderen

Egoistisches Verhalten der reichen Staaten

Vergleicht man unsere Probleme mit dem Rest der Welt ist es immer noch Jammern auf hohem Niveau. Die reichsten 10 Länder haben sich 75 % des Impfstoffs gesichert. Für die Tests waren die armen Länder der Südhalbkugel gut genug, jetzt müssen sie viel Geld bezahlen. Aber auch für den reichten Norden kann dies zum Eigentor werden, prophezeit Welkte: Nur wenn wir global durch die Krise kommen, bleiben wir von Virus und Mutationen verschont.

Die vom Virus am härtesten gekniffenen Berufe

Auch die Suche nach dem am härtesten betroffenen Berufe hatte es in Sicht: Aufgezeigt wurde die Situation von Erzieherinnen, die auch während des Lockdowns mit vielen Kindern zu tun haben, die sich naturgemäß nicht um die AHA-Regeln scheren. Während ihnen nicht mal ausreichend Tests und Masken zur Verfügung stehen, fliegen die Fußball-Profis um die Welt, also ob nichts wäre.

Mal wieder absolut sehenswert – viel Spaß!