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Dienstag, 11. August 2020

Die Welt neu denken - Zeit für eine radikale Umkehr?

Maja Göpel ist nicht die einzige, die in der Corona-Krise die Chance bzw. die Notwendigkeit zur grundlegenden Veränderung sieht. Mit ihrem Buch „Unsere Welt neu denken“ schaffte sie es in die Bestsellerlisten. Sie selbst wurden von den Schülerprotesten Fridays for Future“ inspiriert und gründete die „Scientists for Future“.

Unsere Welt neu denken

In ihrem Buch geht sie der Frage nach, wie Menschen auf der voller gewordenen Erde leben können, ohne ihre Lebensgrundlage zu verszehren? Sie stellt das auf ewiges Wachstum ausgerichtete Wirtschaftssystem in Frage und sucht nach einem neuen Entwicklungsmodell. Das tut sie, so Alexander Jung und Michaela Schießl im SPIEGEL „durchaus alttestamentarisch, es ist die Forderung nach einer Umkehr".

Abkehr vom Wachstumszwang

Die Kritik an der Wirtschaft und dem Bruttoinlandsprodukt ist nichts Neues, sie liefert aber durchaus interessante Beispiele, wie z.B. Bienen, die kostenlos Pflanzen bestäuben und damit einen großen Nutzen generieren. Verkauft eine Firma jedoch Roboterbienen, die den Job nach dem Bienensterben übernehmen, wächst das Bruttosozialprodukt."
Scharf kritisiert sie einige Rettungsmaßnahmen wie Steuergelder für die Lufthansa, sie fordert stattdessen eine klare Gesetzgebung „Ohne Regulierung kein Markt“. Eine interessante Beschreibung ihres Buchs bietet der Deutschlandfunk.

Argumente gegen Klimaschutz begegnen

Sehr gut gefallen hat mir der Artikel in der ZEIT, den Maja Göpel gemeinsam mit Petra Pinzler geschrieben hat. In „Natürlich geht das“ begegnet sie mit Argumenten, die immer wieder gegen Klimaschutz angeführt werden:

  • Menschen wollen kaufen und zwar immer mehr
  • Ohne Wachstum ist alles nichts
  • Globalisierung ist gut
  • Irgendeine Technologie wird uns schon retten
  • Der Markt wird alles regeln 

Brauchen wir diesen Konsumwahnsinn?

Diese berechtigte Frage war Thema beim Gespräch von Maja Göpel im "After Corona Club" mit Anja Reschke. Göpel sieht in der Corona-Krise die Chance zum Umdenken: "Wir können das doch viel besser. Das wäre doch jetzt eine Aufbruchstimmung, die auch aus so einer Krisenhaftigkeit etwas ganz Positives mit sich bringt." Ein spannendes und lohnenswertes Gespräch!


Montag, 11. Mai 2020

Was hat Corona, was der Klimawandel nicht hat?

Einen spannender Kommentar in GEO beschäftigt sich mit den Unterschieden zwischen der Corona- und der Klimakrise.
Obwohl sich in beiden Fällen Forscher weitgehend einig sind, werden in der Corona-Krise Verbote und Einschränkungen sofort akzeptiert. Der Artikel erschien bereits im März als das Robert-Koch-Institut noch unumstritten war, dennoch hier ein interessanter Vergleich:
Wenn jetzt ein Gutachten aus dem Robert-Koch-Institut zu dem Schluss käme, dass Tempo 100 auf Autobahnen die Ausbreitung des Virus verlangsamen könnte: Das Limit könnte über Nacht in Kraft treten. Und alle würden sich daran halten.

Was hat Corona, was der Klimawandel nicht hat?

Ein Unterschied ist, dass die Corona-Krise als akute und unmittelbare Gefahr für jeden empfunden wird. Der Klimawandel betrifft zwar bereits jetzt viele Menschen, die akute Gefahr erscheint aber noch weit weg. Richard David Precht bringt es auf den Punkt: Die Menschen haben mehr Angst um ihr Leben, als um das Überleben der Menschen.

Gegen die Klimakrise gibt es keinen Impfstoff

Der grüne Parteichef Robert Habeck verweist in einem Interview ebenfalls auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Beide sind global, ihre Bekämpfung macht internationale Kooperation notwendig. Beide zwingen uns, alte Gewissheiten infrage zu stellen. In beiden Fällen wäre es gut, auf Expert*innen zu hören und den Anstieg der Kurve – Infektion und Temperatur – abzuflachen. Er warnt davor, angesichts der aktuellen Situation die Klimakrise aus den Augen zu verlieren, denn gegen die Klimakrise wird es nie einen Impfstoff geben.